Feuerfest

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Wunschgutschein.de - Oder wie das Einlösen eines Gutscheines bei maximaler Kundenfeindlichkeit zur Qual wird

Mein Arbeitgeber hat mir einen 200€-Gutschein von Wunschgutschein.de geschenkt. An sich ja eine nette Geste. Dennoch hoffe ich, nie wieder einen Gutschein von dieser Seite zu erhalten.

Entweder man überweist mir das Geld als Bonus mit dem Gehalt oder man lässt es ganz bleiben. Zumindest für mich. Das gesamte Konzept von Wunschgutschein.de ist irgendwie kaputt und absichtlich maximal kundenfeindlich ausgelegt.

Das fängt schon bei dem Gutschein bzw. der Gutscheinkarte selbst an. Aber erstmal zu den Grundlagen.

Wie funktioniert das alles?

Bei Wunschgutschein.de erwirbt man ein Guthaben in Form eines Wunschgutscheines, welches man dann auf die verschiedenen Partnershops verteilen kann. Dies geschieht indem man sich dort Gutscheine über versch. vordefinierte Beträge bei den Partnershops kauft. Damit kann man nun online oder in der Filiale einkaufen (aber nicht in jeder - dazu mehr in Punkt 4).

Ja, meine Damen und Herren, wir haben es hier also mit einer waschechten Gutscheinpyrami... *hust* Gutscheinkaskade zu tun.

Wenn man es so betrachtet, ergibt das noch weniger Sinn als ein simpler Gutschein für ein bestimmtes Geschäft.

"Ja, nein! Du siehst das falsch! Der Wunschgutschein ermöglicht es Menschen doch, sich genau die Gutscheine zu kaufen, die sie benötigen! Somit hast du deinen Gutschein, der eben nicht an ein bestimmtes Geschäft gebunden ist."

Aha. Weißt du, was es Menschen auch ermöglicht, exakt auf ihre Bedürfnisse einzugehen? Eine Überweisung auf das Konto. Sorry, aber einen Gutschein geschenkt zu bekommen, mit dem ich wiederum Gutscheine kaufen muss... Das ist mir zu sehr Inception-Style.

Punkt 1: Der Code der gerne weggeworfen wird

Man erhält einen Umschlag, darin eine kleine Karte im Checkkartenformat. Nun denkt natürlich jeder das auf der kleinen Karte der Code für die 200€ ist, oder? So wie bei jedem Gutschein den man sonst so kauft.

Falsch.

Die Checkkarte informiert einem auf der Rückseite das sich der wichtige Code auf der Rückseite der Grusskarte befindet.

Zum Glück lag die Grusskarte bei mir noch auf dem Papiermüllstapel. Ich möchte vermutlich nicht wissen, wie viele Gutscheine wegen dieser, hinterlistigen, Kunden verarschenden und ganz klar kühl kalkulierten, Designentscheidung uneingelöst bleiben, oder?

Hey, immerhin sind das 100% Reingewinn für die Wunschgutschein GmbH. Kundenfreundlichkeit schreibt man dort offensichtlich klein. In der IT haben wir für so etwas übrigens den wundervollen Begriff des Dark Pattern.

Ein Dark Pattern ist ein Benutzerschnittstellen-Design, das darauf ausgelegt ist, den Benutzer zu Handlungen zu verleiten, die dessen Interessen entgegenlaufen. Dark Patterns gehören zu den Antimustern, werden jedoch oft bewusst eingesetzt.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Dark_Pattern

Selbst die Verbraucherzentrale nutzt diesen Begriff und schreibt (in Bezug auf Apps & Webseiten):

Dark Patterns sind manipulative Designs oder Prozesse, die Nutzer:innen einer Website oder App zu einer Handlung überreden sollen.
Quelle: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/onlinedienste/dark-patterns-so-wollen-websites-und-apps-sie-manipulieren-58082

Wundervoll. Wäre das geklärt. Und somit sollte nun jeder für sich selbst entscheiden können, woran man ist, wenn man Produkte und Dienstleistungen der Wunschgutschein GmbH nutzt.

Kommen wir zum nächsten Punkt.

Punkt 2: Maximale Gutscheinhöhe + keine Individualbeträge = Viel Spass mit dem Restguthaben!

Wir haben also nun einen Code für ein Guthaben von 200€. Dumm nur, dass die meisten Shops, die ich testete, nur Gutscheine bis 50€ zuließen. Insbesondere die Ketten bzw. Geschäfte, die man üblicherweise kennt. Größere Einkäufe mit einem einzigen Gutschein zu bezahlen, ist somit nicht möglich.

Wer Glück hat, will mehrere Artikel kaufen. Dann geht man eben einfach mehrmals hintereinander shoppen. Kundenfreundlich ist das aber auch wieder nicht. Und wenn man nicht mehrere Artikel hat? Dann dürfte es nervig werden.

Bei kleineren einkäufen wird man aber auch nicht so recht glücklich. Denn einen Individualbetrag kann man ebenfalls nicht festlegen. Gerade bei Onlineshops ist das schlecht. Was macht man da mit 6,73€ Restguthaben auf einem Gutschein? Oder 28,64€ Restguthaben? Hoffentlich hattest du vor in dem Shop häufiger zu bestellen. Den eine Auszahlfunktion gibt es nicht auf Wunschgutschein.de. 

Klar, können sie logischerweise auch nicht. Wenn man einen Gutschein für einen Partnershop über Wunschgutschein gekauft hat, dann ist Wunschgutschein raus aus der Verantwortung. Habt ihr schon einmal eine Auszahlfunktion für Gutscheine in Onlineshops gesehen? Ich nicht.

Und wie ist das eigentlich, wenn der Shop eine Gutscheinnummer nach der ersten Bestellung als eingelöst markiert? Dies ist z.B. bei Lieferando der Fall. Bekomme ich dann eine Mail mit einem neuen Gutscheincode für das Restguthaben?

Diese Punkte sprechen für mich dann eben auch exakt gegen ein spontanes, stressfreies und angenehmes Shoppingerlebnis. Und mindert, für mich, schon direkt die Qualität von wunschgutschein.de bzw. zerstört deren Produkt komplett.

Denn wenn ich mir wesentlich mehr Gedanken machen muss als bei einer Zahlung mit Geldscheinen oder EC-Karte an der Kasse, ist das Produkt nicht gut. Dann ist irgendetwas in den Prozessen kaputt.

Will man seine Gutscheine komplett ausgeben, ergeben sich daraus folgende Punkte:

  1. Man muss vorher wissen was man kaufen will (Ok, das ist noch der einfachste Teil..)
  2. Man muss einen Partnershop finden der diese Artikel führt (Hier wird es kniffliger...)
  3. Man ermittelt den Gesamtbetrag des Einkaufs indem man alles in den Warenkorb legt
  4. Der Partnershop muss dann eine Gutscheinhöhe zulassen welche knapp unter oder exakt dem Gesamtbetrag entspricht
    • Mindestens aber in sinniger Höhe. Ein 5€-Gutschein bei einem 400€ Artikel ist auch nicht wirklich nützlich..
  5. Falls 4 zufriedenstellend zutrifft, bestellt man auf Wunschgutschein den entsprechenden Gutschein für diesen Shop
  6. Jetzt muss man lediglich hoffen, das der Shop den Gutschein auch für genau diese Artikel akzeptiert. War bei meinem Versuch einer Lieferandobestellung nämlich nicht so. Da wurden dann die Getränke nicht auf den Gutschein angerechnet. Geht es noch komplizierter bitte? Ich habe mich noch nicht genug aufgeregt. Danke!

Mitunter durchläuft man diese Punkte mehrfach. Bis man eben die richtige Kombination aus "Shop hat Artikel", "lässt Gutschein in passender Höhe zu" und "Akzeptiert Gutschein für alle Artikel" gefunden hat. Sie puzzeln beim Einkaufen doch sicherlich auch so gerne wie ich, oder?

Und jetzt überlegt bitte mal jeder für sich kurz selbst: Entspricht dies deiner Definition eines (brauchbaren) Gutscheins?

Ja... Also, nein. Ich nehme dann lieber das langweilige Bargeld. Danke.

Punkt 3: Gutscheine in Geld umwandeln ist fast nicht möglich

Ich habe kurz darüber nachgedacht, mir in einem Laden einfach Gegenstände zu kaufen, um das Guthaben aufzubrauchen, und diese dann gegen Bargeld wieder umzutauschen.

Leider machen einem da die AGB der diversen Einzelhandelsketten einen Strich durch die Rechnung. Dort finden sich immer Punkte, die besagen: "Der Betrag wird über die gleiche Zahlungsmethode zurückerstattet, mit der der Kunde eingekauft hat." Ergo: Gutschein gegen Gutschein.

Manche Läden formulieren es etwas großzügiger: "Der Betrag wird auf die Zahlungsmethode erstattet, die den größten Anteil am Gesamtpreis hat." Das heißt: Bei einem 50€-Gutschein und 20€ in bar bekommt man wieder einen Gutschein.

Natürlich wollen viele Läden das Geld, das sie durch den Gutschein bereits besitzen, nicht wieder herausgeben. Irgendwie nachvollziehbar. Aber genau deswegen hasse ich Gutscheine so sehr. Ihr schenkt mir einen 200€-Gutschein, schränkt mich auf nur eine Handvoll Geschäfte ein und dann kann ich dort nicht einmal den ganzen Gutschein ausgeben, sondern muss schauen, wie ich das Geld ausgegeben bekomme.

Ja, nein. Danke. Bitte keine Gutscheine mehr.

Punkt 4: Online einlösbar oder nur in der Filiale in Klein Hintertuffingen

Ich hasse es, Kleidung online zu kaufen. Bis auf EMP (Kudos an euer Webshop-Team, ehrlich!) hat in keinem Shop für Klamotten je die Größenangabe gepasst. Ich bewege mich zudem in der Größenordnung 3-4XL. Klamotten shoppen ist für mich somit ein notwendiges Übel und keine Freude.

Wenn man etwas sieht, das einem gefällt, ist die Chance sehr hoch, dass es das entweder nicht in meiner Größe gibt. Oder das Etikett kennzeichnet es zwar entsprechend als 3-4XL, aber die tatsächliche Größe entspricht eher 2-3XL.

Das bedeutet auch: Ich kaufe online keine Kleidung. Nie. Gar nicht. Generell nicht. Es macht einfach keinen Sinn. Einzige Ausnahme: Der tadellose gepflegte Webshop von EMP.

Ist EMP bei Wunschgutschein? Nein. Zum Glück nicht!

Heißt aber auch: Ich muss Geschäfte in der realen Welt besuchen.

Wunschgutschein.de listet immerhin Hirmer als Partnershop. Freude macht sich breit, aber nur kurz. Denn ja ... Ich kann den Gutschein online einlösen. In der realen Welt aber nur in der Stammfiliale in München. Diese Information ist nicht extra gekennzeichnet, sondern steht im Fließtext direkt über dem großen, roten "Zahlungspflichtig bestellen"-Button, mit dem ich den Hirmer-Gutschein kaufen kann.

Äh, ja, danke für nichts. So ist das für mich nicht brauchbar. Ich habe schon den Vorteil einer vom Arbeitgeber komplett bezahlten BahnCard 100, das heißt, ich hätte nicht einmal monetäre Mehrkosten, um nach München zu kommen. Aber 4 Stunden hin und wieder 4 zurück, nur um Klamotten zu kaufen, die ich auch in Städten in der Umgebung bekomme? Nein, echt nicht.

Hirmer, ich habe eine Frage an euch: Was. Soll. Der. Mist?

Ich hätte hier noch einen C&A in der Innenstadt. Die "Große Größen"-Abteilung wurde aber so stark verkleinert, dass ich mir das seit Corona auch schenke. In anderen Städten im Umkreis sieht es ebenfalls nicht besser aus.

Punkt 5: Ausschließlich 08/15 Standardshops & Ketten

Der Wunschgutschein hat eine massive Schwachstelle. Man findet dort nur den langweiligen Einheitsbrei, den es in jeder deutschen Innenstadt gibt. Spezialisierte Fachgeschäfte? Fehlanzeige.

Du hast ein besonderes Hobby? Sorry, da hat Wunschgutschein nichts für dich. Keine Bodypaintingfarben. Keine Warhammer-40K-Miniaturen. Auch keine Dungeons & Dragons-Miniaturen oder Regel-/Szenariobücher. Keine Sammelgegenstände. Keine Trading Card Games (TCG). Keine Pokémon-Plüschfiguren. Keine Klemmbausteine. Nichts.

Nicht einmal Brettspiele! (Außer man bestellt über den Webshop vom OTTO Versand...)

Der einzige wirkliche Spielwarenshop ist HABA.  Und wenn man dort nach Brettspielen sucht.. Naja.. Klickt selbst. Klar, deren Zielgruppe ist eine andere. Das ist nur fair. Aber mit 08/15 Shops holt man mich, und viele andere Kunden, eben einfach nicht ab. Wozu brauche ich einen 200€-Gutschein, den ich dann in zig kleinere Gutscheine zerhackstückeln muss? Dann noch mit Restguthaben rumhantieren... Wenn ich einfach mal so in den Laden gehen kann, mit EC-Karte zahle und gut? Ich kapier es nicht.

Dafür listet die Spielwaren Kategorie immerhin den Sexshop Amorelie. Gut, Humor scheinen Sie ja zu haben bei Wunschgutschein.

Selbst in der Kategorie Sport: Nur große Ketten wie Decathlon, InterSport oder Foot Locker. Spezialisierte Fachgeschäfte? Fehlanzeige.

Versteht mich nicht falsch. Dadurch das man OTTO als Partner hat, wird man im Zweifel für alle der genannten Beispiele Produkte finden. Aber eben nicht die Art von Produkten, welche Leute benötigen, die mit ihrem Hobby schon einigermaßen fortgeschritten sind. Man bekommt dort den 08/15-Standardkram. Nichts Spezialisiertes. Nichts Besonderes. OTTO setzt auf schnell abverkaufbare Massenware. Nicht auf Nischen für Liebhaber.

Und die ganz großen Plattformen, die jeder nutzt?

  • Amazon? Nicht mehr gelistet. War es aber wohl noch vor 1-2 Jahren?
  • Steam Guthabenkarten? Nope. Immerhin findet man den Nintendo eShop, sowie XBox und PlayStation. Helfen mir aber nur nicht.
  • Netflix? Nein.
  • Disney+/Paramount/Crunchyroll/was-auch-immer? Nein.
  • Spotify & Deezer sind gelistet.
  • Videobuster ist gelistet und hey! Die nutze ich sogar! Nur...

Fällt dir etwas auf? Die meisten Dienste sind Abodienste. D.h. da wird einfach Geld vom Konto abgebucht. Das gleiche Konto auf das man das Geld einfach hätte überweisen können. Wieso sollte ich da das Verlangen haben mir einen Gutschein für diesene Dienst zuzulegen? Ich.. Ey.. Gebt mir einfach das Bargeld. Danke!

Was bleibt?

Ich habe jetzt einen 50€-Gutschein von Douglas, mit dem ich erst einmal nichts anfangen kann. Naiverweise, dumm wie ich bin, bin ich davon ausgegangen, dass ich mein Parfüm auch dort bekommen würde. Immerhin hatte ich es ja in einer Douglas-Filiale gekauft (noch vor Corona). Aber Douglas führt das Parfüm nicht mehr. Ups.

Hier lernte ich, erst zu schauen und dann den Gutschein zu bestellen. Dafür kann wunschgutschein.de nichts. Aber zeigt einfach wieder wie dämlich dieses ganze Prinzip "Gutschein verschenken" so ist.

Eine andere Parfümerie führte es, sodass ich dann immerhin 50% des Wunschgutscheines einlösen konnte, indem ich die größere Flasche auswählte (100€-Gutschein + 6€ per Paypal). Hierfür musste ich allerdings erst die vier Parfümerien durchschauen und das Vorgehen aus Punkt 2 anwenden, um den für mich den besten Return on Investment (ROI) zu finden.

Eine führte mein Parfüm ebenfalls nicht, die anderen beiden akzeptieren nur Gutscheine im Wert von 25€ bzw. 50€. Lächerlich geringe Summen, wenn man bedenkt was Parfüms gerne mal kosten können.

Verbleiben also noch 50€. Diese wollte ich über Lieferando ausgeben. Aber Lieferando stellt sich hier leider ebenfalls maximal dämlich an. Stellt sich raus: Ein Gutscheincode gilt als verbraucht sobald man ihn zur Bestellung hinzugefügt hat. Allerdings sieht man, natürlich, erst danach welche Artikel nicht auf Gutschein bezahlt werden können. Geht man dann zurück zum Restaurant, ändert die Bestellung, navigiert wieder auf die Checkout/Bezahlseite.. Dann fehlt der Gutscheincode. Will man diesen erneut hinzufügen.. Richtig. Es begrüßt einem eine Fehlermeldung.

Ich durfte dann 5min mit einem der dümmsten KI-Chatbots verbringen "Ich verstehe ihr Problem nicht." - 3, DREI mal hintereinander... Bis der Bot sich erbarmte zu erkennen das er mir nicht helfen kann und eine Mail an den Support fertig macht.

Wäre das Geld direkt auf meinem Konto gelandet würde meine imaginäre Familie heute Abend nicht hunger leiden müssen.

Kurzer, nachträglicher Einschub: Lieferando entsperrt Gutscheine automatisch nach 24 Stunden. So richtig stehen tut das nirgendwo. Auch der super tolle KI-Chatbot verriert mir dies nicht. Eine Antwort vom Support hatte ich auch nach 3 Tagen nicht. Hatte dann aber einfach aus Frust und "gut Glück" es mal erneurt versucht. Ich konnte den Gutschein einlösen. Daraufhin suchte ich nochmal im Internet und, siehe da, wurde irgendwo auf einer Seite wie Reddit oder "gute Frage" fündig. Wieso es Lieferando nicht schafft diesen Prozess und die Kommunikation drum herum zu verbessern ist mir schleierhaft.

Was Wunschgutschein.de wirklich ist: Kundenbindung und Profitmaximierung

Ein Wunschgutschein ist kein Geschenk an einen lieben Menschen. Ein Wunschgutschein ist ein Instrument zur Neukundengewinnung und Kundenbindung. Dies mache ich ganz massiv an den in Punkt 2 angesprochenen Sachverhalten fest.

Die Shops können festlegen welche Guthaben zum Kauf auf wunschgutschein.de angeboten werden. Individualbeträge sind ebenfalls nicht möglich. Somit ist es für die Partner ein ideales Mittel um Guthaben festzulegen welche garantieren das Kunden wiederkommen. Oder nur einen Teil des Einkaufs mit dem Gutschein bezahlen können.

Das mag für viele Menschen kein Problem darstellen. Sie kaufen evtl. ohnehin bei diesen Läden regelmäßig. Und immerhin spart man dennoch Geld. Hat man aber besondere Anforderungen oder Interessen, so wie ich, dann wird es schwierig.

Insofern trägt wunschgutschein.de auch wunderbar zur Profitmaximierung bei. Zum Beispiel im Falle der Parfümerien. Ein 25€-Gutschein für eine Parfümerie? Ja, wow. Danke. Dann muss ich ja nur noch gut 50€ selbst dazu zahlen. Ich bin unterwältigt.

Daraus folgt übrigens auch: Für größere Beträge ist Wunschgutschein vollumfänglich ungeeignet.

Der Aufwand passende Shops zu finden die einen Artikel führen den man will und dann auch noch entsprechende Gutscheingrößen anbieten.. Schwierig.

Da ist es absolut null verwunderlich das Lieferando der "Topseller" von wunschgutschein.de ist. Immerhin bekommt man da was zu essen für. Nur.. Hat man wirklich Burger, Pommes & Pizza im Sinn, wenn man einer lieben Person einen Gutschein schenkt mit dem sich diese Person "Mal etwas gönnen soll"?

Zudem findet man online haufenweise negative Kritiken über lange Aktivierungszeiten der gekauften Gutscheine. Nicht funktionierende Aktivierungen. Probleme bei der Zahlungsabwicklung, etc. Der Kundenservice ist mitunter wohl auch eher schlecht erreichbar.. Und Gott bewahre man hat, aus Versehen, einen Gutschein für den falschen Shop gekauft...

Persönlich hatte ich erst noch ein Familienmitglied gefragt, ob dieses etwas mit dem Wunschgutschein anfangen kann. Die spontane Rückfrage? "War das nicht diese Nepp Geschichte?" Jupp, der Ruf ist hart erarbeitet. Zu recht..

Dir wurden 200€ geschenkt und du kotzt dich aus?

Ja, so kann man das auch sehen. Und es stimmt. Allerdings ist es dann eben doch nervig, wenn man sprichwörtlich danach suchen muss wie man dieses Geld ausgegeben bekommt, oder? Wäre jetzt nicht vor 2 Wochen mein Parfüm leer geworden oder ich hätte mir bereits ein neues gekauft.. Dann hätte ich nach wie vor 200€ mit denen ich nicht richtig etwas anzufangen weiß. Und das ist der Punkt der mich aufregt.

  • Ein absichtlicher Prozess der darauf ausgelegt ist, das Kunden ihr Geld nicht nutzen können (Code auf Rückseite der Grusskarte)
  • Ein starrer, unflexibler und nicht einheitlicher Prozess für den Kauf der Partner-Gutscheine (da jeder Shop andere Gutscheinsummen akzeptiert)
  • Verbunden mit einer eher bescheidenen bis langweiligen Auswahl an Partnershops

Man möge mir verzeihen das ich da wirklich keine Freude verspühre. Wunschgutschein.de? Kann weg.

Der innere Sadist lacht

Immerhin, falls ich jemals in eine gesellschaftliche Situation kommen sollte, wo ich einer Person - die ich nicht mag - ein Geschenk machen muss: Es wird unter Garantie ein Gutschein von wunschgutschein.de.

Und diese Erkenntis ist doch auch etwas wert.

In diesem Sinne: Ich gehe mir jetzt ein Brot schmieren, denn der Lieferando Kundendienst macht um 18 Uhr Feierabend, meine Gutscheinbestellung hat sich also - zumindest für heute - erledigt.

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I love you karma! 😍

Some of my readers who know me personally may already be aware that the circumstances under which I left my last employer were not my doing. In fact, I had just written in support of the workers council in an internal company forum for employees. Twenty minutes later, I was in a meeting room having a one-to-one with my team lead. During this meeting, I was told to consider whether I was still a good fit for the company.

Yeah.

Mind you: I live and work in Germany. We have laws. A workers' council is even mandatory for businesses that have reached a certain size. Hence, of course, nothing was done in writing. The call from my team leader asking if I had time for a meeting? Via good old telephone. No recording possible. No email. The meeting? One-to-one in a small meeting room with closed doors. The outspoken threat? Verbal only.

I decided to quit that day. I knew that the company used the services of a highly specialised law firm to prevent the formation of a workers' council. They had years of experience in doing so. I was just one worker, with no proof, against a DAX-traded company with its own legal department and specialist external support. Nah. I value a peaceful, happy and quiet life.

It took me about a year to hand in my resignation. I wasn't in a hurry. The team was nice. The job was enjoyable. I just didn't like it when someone denied me my guaranteed rights.

Meanwhile, things at my old employer didn't improve. Many people were fed up with how they handled the pandemic. For example, they didn't allow people who cared for their elderly parents at home to work from home full-time. They only allowed employees to do so when the German federal government required companies to do so during lockdown phases. This put their sick, elderly parents at a much higher risk than necessary. The internal mood was also down due to various other issues. I was told that it got so bad that the KPIs for employee happiness weren't mentioned in department meetings anymore.

That's why, over the years, various colleagues have asked me if I'm happy with my new employer. And yes, I told them the truth. I said that I am happy, but also made sure to mention that, as an external consultant, much of that happiness depends on the customer and/or project you are assigned to.

Some applied for a job; others did not. Some made sure to mention that they were recommended by me. Some didn't.

Not many were hired. Often, we just didn't have any suitable open positions or projects for them. Sometimes their skills were outside of our area of expertise as a company.

Nevertheless, three colleagues from a team of six decided to join my employer. They even applied twice. The first time, they stopped their applications after my old employer promised them some changes. Long story short, they applied again after one year and were hired.

They told me that their team lead and another colleague from the team are also seeking new opportunities. This leaves only one person to do the job of a highly specialised six-person team. I grinned, thinking of the phrase "Karma is a bitch".

Nowadays, nearly everyone I worked with at that company has left. Most of them had worked there for between five and fifteen years. They were highly specialised IT workers. People who know their stuff. They knew the company inside out. In short, they were people who were impossible to replace either easily or quickly.

Fast-forward a few days. I enjoyed a nice chat with a recruiter. We made a little small talk and got the facts straight. I'm not actively looking for a new job, though. It was just the usual, "Well, it sounds good on paper, but I don't have any concrete information yet". Then, finally, the recruiter gave the name of the company she was recruiting for. I immediately interrupted her.

"Sorry to interrupt so rudely, but we can cut this short really quickly. CompanyName is on my lifelong blacklist for threatening me for voicing my support for unions and workers' councils. I will never work for them again."

It took her a few seconds to respond, and we wrapped up the call rather quickly.

But what I learned was pure comedy gold. She was trying to hire me for the same team that those three colleagues came from. She even asked me if the team lead position interested me. Wow!

Needless to say, it's refreshing to see that my old employer is struggling to find good replacements. I wonder where this problem might be coming from.

I love you karma! 🥰

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On subscriptions...

Subscriptions only make sense when the cost to the company providing the service is ongoing.

There. That's the only type of subscriptions I am willing to pay for. Probably for the rest of my life.
What? Companies will find ways? Sure they will. After all that's already happening. Watch Louis Rossmann's YouTube channel if you want to know what I mean.

But this will also mean that the list of companies whom I will never buy from and delete my accounts will only grow.
And I will probably save a lot of money in not buying any of their goods. Yai!

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Quit your shitty storytelling, or: How to spot a dropshipper manipulating your emotions and trick you into buying their overpriced garbage

YouTube showed me a short. In it, a young girl of colour could be seen. She was devastated over some online comments that people don't like her, handcrafted, fantasy chalices. For the sake of this text I ask you to watch the video now. It's linked below.

Have you watched the video? Good.
What did you take away from it? Initially, I thought the following:

  1. A girl is handcrafting fantasy goblets and chalices
  2. She received negative comments and reviews because she is a person of colour and people didn't appreciate her work
  3. Now, she is trying to make a living by selling them via her website

Do you agree with me? Good.

And yes, there is many more to say about this video. For example how it is cut, that it's in reality consisting out of 3 or more videos. The hands of the person do change several times, etc. This too should give more then one hint that something is shaddy. But I keep that out here, for the sake of shortness.

Lesson 1: Always look for the imprint

I always look for the imprint before buying something. I want to know who I'm buying from. More importantly: From where? All too often, low-quality products are presented and marketed as high-quality luxury items, because they can be sold at a much higher price.

The YouTube channel is https://www.youtube.com/@DungeonChalices. If you visit their channel's main page, you will see a link to https://www.dungeonchalice.com/products/dragon-chalices. When I click on it, I am immediately greeted with a call to action, urging me to buy NOW as there is a limited-time offer: 40% off and free shipping! Wow!

Surely we want to help that poor girl and buy the chalice for 35€, right?

Remember the first lesson: read the imprint.

But there isn't one listed. Strange. If we click on the company name at the bottom of each page, we are directed to an anonymous contact form. We can provide our contact details (name, email address and message), but we are not told who this email will be sent to. We still have no postal address, company name, or anything like that. Strange. Any legitimate company shouldn't have a problem telling us its legal form and where it is registered, should they?

Lesson 2: If there is no imprint, read the Whois data

Fortunately, there is another source of information that we can use. The Domain Name System's Whois data. When someone registers a domain, the company registering it on behalf of the customer must make certain details public. For example, they must provide a contact for administrative or legal issues. We can also see when the domain was first registered and extended.

Nowadays, you won't get the names directly, as Domain Registries typically offer privacy options as standard. In this case, they replace your name and address with details of a legal entity that they own. This is 100% legal, as long as you can be contacted. It doesn't matter whether this is done via proxy (for privacy reasons) or directly.

I used https://lookup.icann.org/en/lookup. And what did I learn from this? The domain dungeonchalice.com was registered on August 31st 2025 at 00:50:46 UTC.

Everything else is redacted, apart from a third-party service which can be used to get in contact with the domain owner. So nothing which answers our initial question.

Uhm, but wait.. Isn't it Monday 1st September 2025? Yep. Isn't it strange that the domain name was only registered a day or so ago? Yes, it is. From my experience in the eCommerce business - I designed parts of the online shop platform for one of Germany's biggest hosting companies - I can say that the domain name is usually registered long before any website or online marketing is done.

Why? As usually the company name is used as the domain name. Or the name of a product or brand. Even a trademark. This means it has to be known beforehand. As logos have to be designed, legal documents may need to include that name, etc.

And more importantly: Designing a website and getting approved by the various online payment providers like PayPal, ApplePay, AmazonPay, Klarna, etc. takes time too. If we look back at that website they offer payment via:

  • American Express
  • ApplePay
  • GooglePay
  • Klarna
  • Maestro? (Well, they use the Maestro logo, but Maestro itself isn't conducting business anymore...)
  • Mastercard
  • Shop Pay
  • Union Pay
  • Visa

No Paypal? Strange. And when we go to checkout even these information don't match. In reality only American Express, Google Pay, Klarna, Mastercard, Shop Pay and Visa are listed.

Anyway there is no way to achieve this in mere hours. There has to be an existing business beforehand which is used to process the payments. Usually this name shows up on our credit card statement or bank records. Alas I'm not going to buy something. Most likely that company name won't help me neither or it's just the name of some other, unrelated third-party, processing the payments for the dropshipper.

Are you still of the opinion that a poor black girl is selling her handcrafted goblets here? - Yeah.. 

Lesson 3: Use the reverse image search to find better deals

At this point I was pretty sure we deal with a dropshipper who is just very good on the online marketing and story telling part of his/her business. It didn't get better when I noticed that right click was blocked. Yeah, good that Firefox also supports Shift+Right-click to open the context menu. Then I copy&pasted the image address for the "Ashfang" chalice into the google image reverse search.

This URL: https://dungeonchalice.com/cdn/shop/files/Screenshot_2025-08-31_010624.png?v=1756595436&width=823

Belonging to this image:

Leads us directly to this shop: https://www.alikiki.net/collections/dragon-goblets

And look! It's our Goblet! Just for half what the other shop would charge us.

In fact the pictures are that identical that I assume the dropshipper just used their product pictures instead of creating some of his/her own.

And to be 100% fair: I even doubt that "alikiki" is the original manufacturer as there are several listings on Amazon selling the same goblet.

Additionally.. Did you Notice the word "Screenshot" in the file name? This too indicates that someone took a picture from another website and used it for their own. After all.. If you manufacture the goods yourself, wouldn't you just upload properly taken product photos?

Lesson 4: A quick Amazon search usually does the job too

This is kind of a shortcut. Reason is: If there is a product that is selling well there are always people who are in for the quick cash. Hence every good selling item on the internet is most likely also listed on Amazon. A short search usually leads to good results and often provides us with cheaper alternatives.

Just like in this case, when I simply search for: d&d chalice

These are just the first three results. The interesting thing is that: The first two goblets are from the shop we found earlier. The third, however, is also sold by the dropshipper, but is from a different manufacturer.

This comes as no surprise, as dropshippers usually target best-selling items.

So, what can we learn from this?

Firstly: Dropshippers should go f**k themselves.

Secondly, never buy something on impulse for emotional reasons just because you saw a stupid YouTube video.

You will be overcharged considerably.

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The best argument against 100% work from home I've heard so far

HomeOffice was big during the Covid-19 pandemic. And it still is. Especially in industries where the place of performance can differ from the company's headquarters without having to fear a loss of productivity.

Ironically, these sectors were subject to numerous "return to office" (RTO) initiatives from companies that had previously praised themselves for enabling all their employees to work from home full-time. Admittedly, many of these RTO strategies were actually disguised job cuts. As, for example, not everyone who moved out of high-cost of living (HCOL) areas can or is willing to move back.

Naturally "thought-leaders" and other people voice opinions on why work-from-home is bad. Despite science showing the opposite pretty obvious. But recently I encountered the first argument I can understand and support completely.

It is about the training of apprentices.

The trainer said: "Normally, we would send the apprentices to various teams for six months. This allows them to learn about networks, databases and system administration for Linux and/or Windows. Some teams had to be visited as part of the training; for others, the apprentice could choose according to their own preference and desired area of specialisation. Nowadays, however, we are having problems finding teams where enough people are present each day to actually train our trainees. Training remotely is possible (§ 28 (2) BBiG (Vocational Training Act) in German law allows remote training "to a reasonable extent", not 100%), but it isn't nearly as effective. This is especially the case since many people in IT choose to isolate themselves and don't communicate proactively enough. Hence, opportunities are lost. For example, there are fewer opportunities to provide ad hoc support for complex maintenance work on failed mission-critical systems. If you are in the office, you can recognise these situations even without access rights to monitoring and can ask to sit nearby and observe or support. But remotely? Not always."

For me, this is the first genuinely compelling argument against working from home full-time.

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Abopreise

Ein älterer Artikel aus 2023 den ich ursprünglich auf meine Homepage stellen wollte, nun aber hier veröffentliche.

Im Rahmen der Spotify-Preiserhöhungen las ich einen Artikel eines Analysten, in dem es hieß, dass 2024 das Jahr der Abo-Preiserhöhungen werden wird. Es wird aber auch das Jahr des Schrumpfens für die meisten Anbieter sein. Kurz gesagt: "Wer den Preis nicht nachvollziehbar erhöht, verliert."
U.a. wegen der allgemeinen Inflation, aber auch, weil viele Abos seit den Pandemiejahren einfach noch mitlaufen und zu wenig kosten, sodass sich die Kunden nicht aktiv mit einer Kündigung auseinandersetzen.

Und dann schickt mir Google eine E-Mail. Mein Abo für eine Datingseite steigt von 60€ jährlich auf 85€ jährlich. Das Abo läuft über den Play Store per Google Pay.
Eine saftige Preiserhöhung von 42%. Wow.

Für mich würde das ab dem 1. März 2024 gelten, da stünde eine Erneuerung an.

Neue Features oder Funktionen? Nein.
Eine vorherige Nachricht/Mail/Blogpost mit schlüssiger Argumentation für den Preisanstieg? Nein.
Wenigstens eine Vorankündigung ohne Begründung? Nein.
Ist das Abo essenziell für mich? *lach* Nein.
Ist es mir das also wert? Nein.

Ich habe...  hatte das Abo noch aus Coronazeiten, da sonstiges Dating damals ja ausfiel.
Habe ich meinen Account also gelöscht, da man ohne Abo niemanden anschreiben kann? Ja.

Der Analyst hat das also schon ganz gut analysiert.
Ob er das Löschen von Accounts aber auch in das Schrumpfen der Benutzerbasis miteinbezogen hat, entzieht sich meiner Kenntnis.

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